Mining

Mining als Privatperson

Eine private Mining-Tätigkeit liegt dann vor, wenn der Miner nur gelegentlich, also nicht regelmäßig mined. Die dabei geschürften Coins sind nicht steuerbar, da es sich um einen privaten Vermögenszuwachs handelt. Damit ist auch der spätere Verkauf nicht steuerbar, da die Herstellung keine Anschaffung im Sinne des § 23 EStG darstellt.
Die Transaktionsgebühr jedoch ist steuerpflichtig und wird im privaten Bereich als Einkünfte aus sonstigen Leistungen gemäß § 22 Nr. 3 EStG besteuert.
Schafft sich eine Privatperson jedoch speziell für das Mining ausgelegte Hardware an, so ist von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen.

Beispiel:
Herr P. hat sich informiert und will nun in das Mining-Geschäft einsteigen. Allerdings will er nicht regelmäßig minen, sondern nur 2-3-mal pro Monat. Auch besitzt Herr P. keine spezielle Hardware, welche nur für das Mining zu verwenden ist. Er gewinnt dadurch 0,5 Bitcoins pro Monat. Er betreibt die Mining-Tätigkeit 6 Monate lang.

Ergebnis:
Herr P hat am Jahresende 3 Bitcoins geschürft. Herr P verkauft alle Bitcoins zu je 926,93 €. Seine 3 geschürften Bitcoins sind nicht steuerbar, das heißt er muss 2.780,79 € nicht versteuern.

Gewerbliches Mining

Eine gewerbliche Tätigkeit liegt dann vor, wenn der Miner regelmäßig mined oder spezielle Hardware für seine Mining-Tätigkeit anschafft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Privatperson handelt oder ein Unternehmen. Sollte eine Privatperson gewerblich minen, so muss ein Gewerbe angemeldet werden.

Das Mining auf gewerblicher Ebene ist mit jeder anderen gewerblichen Tätigkeit gleichzusetzen. Dabei können etwaige Verluste aus dem Mining mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Ebenfalls können die laufenden Kosten und Anschaffungskosten, im Wege der Abschreibung, des Mining-Geschäfts vom Gewinn abgezogen werden.

Beispiel:
Frau J. ist Angestellte und erzielt in 2017 Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit in Höhe von 30.000 €. Sie kauft sich einen Mining-Rechner für 1.000 €, um in das Mining-Geschäft einzusteigen. Dieser verbraucht 2017 Strom in Höhe von 200 €. Am Ende des Jahres stellt sich heraus, dass der Rechner keine Kryptowährung minen konnte. Frau J. stellt ihre Mining-Tätigkeit wieder ein.

Ergebnis:
Frau J. möchte minen, um daraus Einkünfte zu erzielen. Dadurch ist von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen. Sie erwirtschaftet dabei einen Verlust von 1.200 €. Diesen Betrag kann Frau J. allerdings von ihren Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit abziehen. Sie hat dementsprechend nur noch Einkünfte in Höhe von 28.800 €. Es muss jedoch im Einzelfall klar sein, dass es sich wirklich um eine Tätigkeit handelt, welche zur Gewinnerzielung bedacht ist. Sollte es sich nur um eine Tätigkeit handeln, um die Einkünfte zu minimieren, handelt es sich um eine „Liebhaberei“. Die Verluste aus der Liebhaberei können nicht mit den Einkünften verrechnet werden.

Cloud Mining

Beim sogenannten Cloud-Mining ist es leichter, zwischen privater und gewerblicher Tätigkeit zu differenzieren. So ist eine Privatperson nur dann gewerblich tätig, wenn ein entsprechender Cloud-Mining-Vertrag dies vorschreibt. Es kommt also auf die Vertragsausgestaltung an. Sollte der Vertrag eine gewerbliche Tätigkeit ausschließen, so handelt es sich um sonstige wiederkehrende Bezüge (§ 22 Nr. 1 Satz 1 EStG) oder sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG). Die Kosten für den Vertrag sind als Werbungskosten abzugsfähig.
Ein Problem stellt eher die gewonnene Kryptowährung dar. Da § 22 Nr. 1 EStG nicht auf den Begriff der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zurückgreift, hat eine Bewertung nach § 8 Abs. 2 EStG zu erfolgen. Das bedeutet, dass die gewonnene Kryptowährung in Folge des Cloud-Minings steuerbar ist, entgegen zu den Coins aus dem normalen Mining.

Beispiel:
Herr U. investiert am 05. Februar 2017 60 Ethereum mit einem Wert von insgesamt 636,60 € in einen Ripple-Cloud-Miningvertrag mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Insgesamt erhält er bis November 2017 7.900 Ripple, welche einen Wert von 1.738 € haben.

Ergebnis:
Herr U.
hat Einnahmen in Höhe von 1.738 €. Seine Werbungskosten, die Vertragskosten, belaufen sich auf 636,60 €. Dementsprechend hat Herr U. steuerbare Einkünfte in Höhe von 1.101,40 €.

Steuerlich betrachtet ist das Cloud-Mining eines Unternehmens mit dem normalen Mining gleichzusetzen. Es handelt sich um Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§15 EStG) und die Kosten für den Vertragsabschluss können vom Gewinn abgezogen werden.

Pool Mining

Entscheidet sich eine Privatperson dazu, in einem Pool zu minen, so ist er aus steuerlicher Sicht ein Beteiligter an einer Gesellschaft bzw. einer Mitunternehmerschaft. Dabei werden die Einkünfte aus der Gesellschaft ermittelt und dann unter den Beteiligte verteilt. Verfahrensrechtlich hat die Gesellschaft eine Feststellungserklärung beim Finanzamt abzugeben. Auf dessen Grundlage erlässt das Finanzamt einen Feststellungsbescheid, in welchem die Einkünfte auf die einzelnen Gesellschafter verteilt werden. Dieser Bescheid wird dem für die Einkommensteuer des jeweiligen Gesellschafters zuständigen Finanzamt übermittelt. Das Veranlagungsfinanzamt ist an die darin getroffenen Feststellungen gebunden und berücksichtigt den zugewiesenen Betrag bei der Einkommensteuerveranlagung. Die Gesellschaft als solche ist gewerbesteuerpflichtig. Ihr steht ein Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 €  zu.

Beispiel:
Herr P. schließt sich einem Mining-Pool an und mined nun in einer Gesellschaft, bestehend aus vier Personen. Alle vier Personen sind zu gleichen Teilen beteiligt und stellen demnach die gleiche Rechenleistung zur Verfügung. Die  Gesellschaft erzielt 2017 Einkünfte aus dem Mining in Höhe von 20.000 €.

Ergebnis:
Die Einkünfte sind den Beteiligten zu gleichen Teilen zuzurechnen. Herr P. erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb dieser Gesellschaft in Höhe von 5.000 € und muss diese in seiner Einkommensteuererklärung abgeben.

Betreibt ein Unternehmen das Mining in einem Pool, so sind die daraus erzielten Einkünfte ebenfalls als Einkünfte aus Gewerbebetrieb anzugeben. Verluste sowie Gewinne können mit anderen Einkünften verrechnet werden. Der Gewinn des ganzen Unternehmens wird aus allen Einkunftsarten berechnet.